Hast du gewusst, dass das AKW Gösgen seit Mai 2025 stillsteht?
Kaum jemand spricht darüber, aber das Kernkraftwerk Gösgen im Kanton Solothurn produziert seit dem 24. Mai 2025 keinen Strom mehr. Und nein, nicht weil der Reaktor durchgedreht ist, sondern wegen eines Problems im Speisewassersystem. Kurz gesagt: Man konnte nicht beweisen, dass die Anlage überall stabil genug ist. Das ENSI (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat) hat deshalb auf die Bremse gedrückt – und das ziemlich konsequent.
Warum steht das AKW Gösgen seit Mai still?
Eigentlich hätte Gösgen schon längst wieder am Netz sein sollen. Doch die zusätzlichen Sicherheitsnachweise ziehen sich. Jetzt heisst es: frühestens Ende Februar 2026.
Das bedeutet fast ein Jahr Stillstand – für ein Werk, das eigentlich als „verlässliche Grundlast“ verkauft wird.
Was bedeutet der Ausfall für die Schweiz?
Ganz simpel: Es fehlt Strom. Und zwar nicht wenig.
- 1,9 Terawattstunden fallen aus.
- Das entspricht etwa 13 % des Schweizer Stromverbrauchs.
Dazu kommen Verluste in dreistelliger Millionenhöhe für die Betreiber. Und die Stromlücke? Die muss anderswo gefüllt werden.
Warum Atomkraft kein Garant ist
Und genau hier zeigt sich, was viele verdrängen: Atomkraft ist alles andere als „verlässlich“. Fällt ein Reaktor aus, steht er gleich monatelang still. Flexibilität? Fehlanzeige.
Wenn Befürworter jetzt neue Atomkraftwerke fordern, muss man nur auf Gösgen schauen. Wer glaubt, man könne mit ein paar zusätzlichen Reaktoren die Versorgungssicherheit garantieren, übersieht die Realität. So ein Ausfall reisst sofort ein Loch – technisch und finanziell.
Was wir stattdessen brauchen
Die Lösung liegt nicht in neuen Milliardenprojekten, die erst in 20 Jahren Strom liefern. Wir brauchen Erneuerbare – und zwar jetzt:
- Solarenergie auf Dächern, Feldern und Fassaden
- Windkraft, die genau dann liefert, wenn im Winter die Sonne schwach ist
- Wasserkraft und Speicher, die Lücken überbrücken
Das ist dezentral, flexibel und ersetzbar. Fällt ein Solarkraftwerk aus, übernehmen zig andere. Niemand muss warten, bis ein einzelner Reaktor nach einem Jahr Pause wieder hochfährt.
Fazit: Gösgen ist ein Warnsignal
Der Ausfall des AKW Gösgen ist kein Detail am Rand, sondern ein Weckruf. Atomkraftwerke sind teuer, störanfällig und alles andere als verlässlich. Wer heute Milliarden in neue Reaktoren stecken will, verschiebt die Lösung unserer Energieprobleme um Jahrzehnte.
Die Zukunft liegt in erneuerbaren Energien – nicht in alten Technologien, die schon heute zeigen, wie unsicher sie sind.




