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Kategorie: AKW und CO2

Warum ein neues Atomkraftwerk in der Schweiz keine Lösung ist

Warum ein neues Atomkraftwerk in der Schweiz keine Lösung ist

Die Vorstellung, mit neuen Atomkraftwerken könnten wir unsere Energie- und Klimaprobleme in den Griff bekommen, klingt auf den ersten Blick plausibel. Aber sobald man genauer hinschaut, fällt das Kartenhaus in sich zusammen.

Atommüll – ungelöst seit Jahrzehnten
Seit den 1970ern häuft sich in der Schweiz hochradioaktiver Abfall an, der für Hunderttausende Jahre sicher gelagert werden muss. Bis heute gibt es kein Endlager. Das Projekt in Nördlich Lägern soll vielleicht um 2050 starten – wenn alles glatt läuft.
Die Kosten liegen offiziell bei rund 21 Milliarden Franken. Aber jeder weiss: Sobald die Rückstellungen der Betreiber nicht reichen – und das wird passieren – zahlt am Ende die öffentliche Hand. Und genau dieser Kostenfaktor ist wahrscheinlich ein Grund, warum sich beim Endlager so wenig bewegt.

CO₂-Argument – nur die halbe Wahrheit
Ja, Atomkraft produziert im Betrieb kaum CO₂. Aber das ist nur ein Teil der Rechnung. Beim Bau eines Reaktors, bei der Gewinnung und Aufbereitung von Uran, beim Transport und – nicht zu vergessen – bei Rückbau und Endlagerung entstehen erhebliche Emissionen.
Und vor allem: Selbst wenn ein AKW klimaneutral wäre – es steht erst in 15 bis 20 Jahren. Für die Reduktion der Emissionen bis 2030 oder 2040 ist das schlicht zu spät. Genau hier punkten erneuerbare Energien: Sie lassen sich innerhalb weniger Jahre in grossem Umfang installieren.

Bauzeit – zu langsam fürs Klima
Olkiluoto 3 (Finnland) und Flamanville 3 (Frankreich) zeigen, wie lange sich AKW-Projekte ziehen: aus 5 geplanten Jahren wurden 15 oder mehr, aus 3 Milliarden Euro wurden 11 oder 13. Wenn wir das Pariser Klimaziel ernst nehmen, müssen wir jetzt handeln, nicht erst in den 2040ern.

Kosten – und wer am Ende zahlt
Atomkraft ist nicht nur langsam, sondern auch teuer. Neue Reaktoren liegen laut OECD bei 12–16 Rappen pro Kilowattstunde. Solarstrom aus der Schweiz kostet heute schon 5–7 Rappen.
Dazu kommt: In jedem Land, in dem ein AKW gebaut wird, steckt der Staat mit Bürgschaften oder Garantien drin. Sobald es teurer wird oder etwas schiefgeht, zahlt nicht der Betreiber, sondern der Steuerzahler – genau wie beim Atommüll.

Blick nach Deutschland
2010 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland bei rund 17 Prozent. 2023 waren es bereits 55 Prozent – und das trotz Atomausstieg. Der konsequente Ausbau von Solar- und Windkraft hat die Kosten stark gesenkt, sodass beide heute zu den günstigsten Energiequellen zählen. Die Schweiz hätte mit alpiner Photovoltaik ein enormes Winterstrom-Potenzial, das deutlich schneller ans Netz ginge als jedes neue AKW.

Sicherheitsrisiko bleibt
Erdbeben, Materialermüdung, menschliche Fehler – kein Reaktor ist 100 Prozent sicher. In einem dicht besiedelten Land wie der Schweiz wären die Folgen eines schweren Unfalls nicht beherrschbar.

Fazit
Atomkraft ist teuer, langsam, riskant und keine schnelle Klimaretterin. Wir brauchen Technologien, die heute wirken: Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Speicherlösungen, Netzausbau und Effizienzsteigerung. Diese senken CO₂-Emissionen sofort – und belasten nicht über Jahrtausende mit gefährlichem Abfall.

Ist Albert Rösti dumm?

Ist Albert Rösti dumm?

Wer glaubt, Albert Rösti wolle mit der AKW-Rückkehr die Klimaziele retten, irrt. Sein Plan ist strategisch – und er bedient damit ganz andere Interessen.

Klima? Nebensache

Neue AKWs in der Schweiz würden frühestens in den 2040er-Jahren Strom liefern – viel zu spät für die aktuellen Klimaziele. Trotzdem verkauft Rösti sie als Lösung für die Energie- und Klimakrise. In Wahrheit ist die Atomkraft in diesem Plan ein politischer Joker: Sie hält die fossile Lobby bei Laune und erlaubt es, den Ausbau erneuerbarer Energien zu verzögern.

Lobbyfreundlich, nicht zukunftsfreundlich

Röstis Vergangenheit als Präsident der Erdöl-Lobby Swissoil ist kein Geheimnis. Jetzt öffnet er einer anderen milliardenschweren Branche die Tür. Atomkraftwerke bedeuten gigantische Investitionssummen, jahrzehntelange Projektbindungen und langfristige Abnahmegarantien – Gewinne für wenige, Risiken für alle.

Die eigentliche Frage

Ob Rösti dumm ist, spielt keine Rolle. Er ist strategisch, weiss, wie er Mehrheiten in seiner Partei und bei wirtschaftsnahen Kreisen mobilisiert – und er nutzt jede Gelegenheit.
Die echte Frage lautet: Sind wir bereit, eine teure, riskante und langsame Technologie wiederzubeleben, nur damit ein Bundesrat seine energiepolitische Agenda durchsetzen kann?

Uups – Ganze vergessen: Zwischenlager neben neuem AKW Mühleberg gehört dazu

Uups – Ganze vergessen: Zwischenlager neben neuem AKW Mühleberg gehört dazu

Am 13. Februar stimmt das Berner Volk über ein neues Atomkraftwerk in Mühleberg ab – Stimmungsbüchlein hat man aber vergessen zu schreiben, das auch ein Zwischenlager dazugehört.
Drei Fussballfelder gross soll das Zwischenlager werden und unter anderem auch radioaktiven Müll von anderen Atomkraftwerken aufnehmen.
Ob man es mit der Sicherheit auch so genau nehmen wird?

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Keine neuen AKWs nach der BP-Katastrophe

Keine neuen AKWs nach der BP-Katastrophe

Was hat die BP-Katastrophe im Golf von Mexico mit der Diskussion um neue AKWs zu tun? Nun sie trifft das Kernproblem von Atomkraftwerken: Deren Sicherheit. Oder anders gesagt, wie viel deren Sicherheit kostet und kosten darf.
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Die Katastrophe von BP hätte verhindert werden können, wenn genug in die Sicherheit der Anlage investiert worden wäre. Geld in die Sicherheit zu investieren, bedeutet aber weniger Gewinn und Sicherheit wird zudem immer teurer. Einerseits sind die Auflagen immer grösser und auf der anderen Seite ist allgemein jede Technologie ständig teurer geworden. Da ist es naheliegend, bei der Sicherheit zu sparen. Die Vergangenheit gibt einem noch dazu Recht. Es ist ja bis jetzt nichts passiert.
Auch Jahrzehnte nach Harrisburg und Tschernobyl ist man der Meinung, was im Tschernobyl passiert ist, ist bei uns nicht möglich. Doch menschliches Versagen ist überall möglich. Den beide Katastrophen sind auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Die grosse Gefahr in der heutigen Zeit ist, wenn nun Sicherheit zu teuer wird, wird Sicherheit einfach neu definiert. Plötzlich wird weniger Sicherheit als gleich sicher wie vorher deklariert und Kosten werden so gespart. Kosteneffizienz ist gefragt und nicht höchst mögliche Sicherheit.

BP hat uns gezeigt das früher oder später, gefährliche Technologien zu Katastrophen führen. Die Frage ist dabei nicht ob, sondern wann die Katastrophe eintritt. Die Rechnung dabei, ist ganz einfach. Je mehr AKWs in Betrieb sind, desto kürzer wird der Zeitraum, bis eine Katastrophe eintritt.
Dieses Risiko ist man bereit einzugehen, um einen grösstmöglichen Gewinn zu erzielen. Die Aussichten auf grosse Gewinne sind zu verlockend, denn die für die Gesellschaft und die Umwelt bessere Lösung bringt niemals solche Gewinne.
windDie bessere Lösung ist nämlich die Kombination vieler kleinen Lösungen wie Energieeffizienz und dezentrale Energieversorgung mit Alternativenergien. Dies bringt den grossen Stromkonzernen aber kein Gewinn ein, im Gegenteil. Wer Strom spart, zahlt den Energiekonzernen weniger Geld und dass ist nicht deren Ziel.

Daher drängen Energiekonzerne dazu weitere AKWs zu bauen, aus rein gewinnorientierten Gedanken heraus. Die Gefahr und die ungelöste Problematik der Atommüllentsorgung, nimmt man dabei gerne im Kauf, werden doch deren Kosten auf die Allgemeinheit überwälzt.

Neue AKWs aus politischem Kalkül

Neue AKWs aus politischem Kalkül

Barack Obamas Entscheid zwei neue Atomreaktoren bauen zu lassen, ist ein reiner politischer Schachzug. So dumm, dies mit dem Klimaproblem zu rechtfertigen, ist Obama nicht.

„Zwei Atomreaktiren sind noch keine Atomrenaissance“ meint auch Rudolf Rechsteiner und meint weiter „Neue Windturbinen ersetzen zur Zeit alle zwei Wochen ein AKW. Windstrom ist hlab so teuer wie Atomstrom.

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Gegen Atomkraft

Gegen Atomkraft

630’000 Unterschriften gegen Atomkraft

Anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des EURATOM-Vertrages übergaben am 23. März 2007 VertreterInnen von GLOBAL 2000 und seinem Netzwerk Friends of the Earth Europe mehr als 630.000 Unterschriften gegen die Atomkraftnutzung an EU-Energiekommissar Andris Pieblags. Gegen 20’000 Unterschriften davon stammen aus der Schweiz. 780 Anti-Atom- und Umweltorganisationen beteiligten sich an der Unterschriftenaktion.

Mehr Infos unter:
http://www.foeeurope.org/activities/Nuclear/nuclear.htm
oder
http://www.million-against-nuclear.net/

Unterschriften

Fehlt in Zukunft das Kühlwasser für die AKWs?

Fehlt in Zukunft das Kühlwasser für die AKWs?

Die SF Tageschau vom 14. Januar berichtet:
Schweizer Klimabericht: Hitzewellen und Schneemangel
Fünf Jahre lang haben 100 Wissenschaftler am Klimabericht für die Schweiz gearbeitet. Aufgezeigt werden die gravierendsten Veränderungen bis ins Jahr 2050: Die Schweiz wird Hitzewellen im Sommer und Schneemangel im Winter erleben und es wird durchschnittlich um zwei bis drei Grad wärmer. Dies hat gravierende Folgen für die Stromwirtschaft.

» Tagesschau Archiv – Übersicht 14.03.2007
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